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Fotos von der Premiere im Neuen Theater Höchst und der anschliessenden Feier können Sie Hier anschauen
Gelungene Premiere von Vince Ebert im Neuen Theater Höchst
„Was wäre das freieste was ich mit diesem Geldschein machen könnte?” Einen 50 Euro Schein in der Hand stand der Wissenschaftskabarettist Vince Ebert am Dienstagabend bei der Premiere seines Programms „Freiheit ist alles.” auf der Bühne im Neuen Theater in Frankfurt-Höchst. „Wenn uns der Besitz von Geld unfrei macht, vielleicht ist es ja so, dass das Vernichten von Geld befreit? Hat jemand von Ihnen schon mal Geld vernichtet? Ich meine jetzt nicht in Form von Telekom-Aktien, sondern so richtig. Indem Sie es zum Beispiel verbrannt haben?” Vince Ebert holte ein Feuerzeug aus seiner Tasche und das Publikum hielt den Atem an. Er wird doch nicht wirklich... oder doch? Da ist doch ein Trick dabei...
Vince Eberts großes neues Thema ist die Freiheit. Daher gleich seine Einstiegsfrage „Wer von Ihnen ist heute Abend freiwillig hier?” Damit und mit der Vermutung in 80% aller Fälle gehe die Motivation etwas zu unternehmen von der Frau aus, hatte er die ersten Lacher auf seiner Seite. „Und was wir uns da alles antun! Männer, die mit der Eleganz eines Kachelofens gesegnet sind, begleiten ihre Frauen zu lächerlichen Salsa-Abenden, einzig und alleine in der Hoffnung, danach wieder mal... Sie wissen, was ich meine...”
Doch der Physiker Vince Ebert wäre kein Wissenschaftskabarettist, wenn er das philosophische Thema Freiheit nicht aus allen Blickwinkeln beleuchten würde. Was ist freier Wille und wie frei sind wir wirklich?
Der Kabarettist hinterfragte alle Lebensbereiche, auf der Suche nach Freiheit. Pressefreiheit, Meinungsfreiheit, Religionsfreiheit, freie Liebe… Er zitierte die alten Philosophen und die neueste Hirnforschung. Erklärte seinem lachenden und immer wieder auch staunenden Publikum warum in Deutschland die Schere zwischen Arm und Reich in Wirklichkeit eine Grillzange ist, warum es im deutschen Fernsehen keine glamourösen Durchfallgalas gibt oder die Grundzüge der Demokratie: „Im Grunde genommen bedeutet Demokratie lediglich, dass zehn Füchse und ein Hase darüber abstimmen können, was es zum Abendessen gibt. Freiheit dagegen bedeutet, wenn der Hase mit einer Schrotflinte die Wahl anfechten kann.”
Streng mathematisch wurde es, als der Kabarettist errechnete, dass es im Himmel deutlich heißer ist, als in der Hölle, „Da oben geht’s zu wie in der Aufguss-Sauna.” Plausibel erklärte er, wie man das Image von Rauchern extrem uncool werden lassen könnte: Indem besonders farblose Politiker öffentlich zur Kippe greifen. „Und spätestens wenn Angela Merkel in einem roten Hosenanzug auf einem Marlboro-Pferd ungelenk in die Abendsonne reiten würde…” und machte keinen Halt vor gesundheitsgefährdeten Eigenexperimenten.
Überhaupt – Vince Ebert ging Risiken ein und verließ die Haltung des forschenden und von außen betrachtenden Wissenschaftlers, um Stellung zu beziehen. Sein neues Programm ist kritischer, provokanter. Er machte seinen Standpunkt deutlich Zuschauer nachdenklich. Doch genau das will Ebert, denn er ist nicht nur Komiker, er ist Kritiker, Denker und Wissenschaftler. Das macht ihn zu etwas Besonderem in der Kabarettlandschaft. Vince Ebert hat was zu sagen, und er tut es. Er hat den Bogen raus, dass es nie schwermütig ist, obwohl er keinen Halt vor schwierigen Themen macht. Er erklärt, provoziert und im nächsten Moment entspannt er die Situation mit einem Gag. Und seine Botschaft kam beim Publikum an: „Die größte Errungenschaft unserer freiheitlichen Kultur ist die Überwindung von Denkverboten. Du darfst alles tun, was andere als vollkommen idiotisch ansehen, solange du damit keinen schädigst” Das ist der Kerngedanke von Freiheit – und genau deswegen darf es nicht schlimm sein, wenn ein Geldschein in Flammen aufgeht.
„Unser Leben ist eine Ansammlung von freien Entscheidungen. Sie können fremd gehen oder treu bleiben, Kinder kriegen oder abtreiben, was Sinnloses tun oder Sinn stiften. Freiheit kann gut oder schlecht sein. Aber die Abwesenheit von Freiheit ist immer schlecht.”
Am Ende jubelte das Publikum ihm zu, der Theatersaal wurde zu einem Meer aus gelben Freiheits-Fähnchen, die sein Team als Überraschung verteilt hatte. Nach einer grandiosen „Zaubershow” als Zugabe, bedankte er sich bei seinem kompletten Team und holte seinen Regisseur und Kollegen Dr. Eckart von Hirschhausen auf die Bühne, der den Abend mit einem Satz am besten auf den Punkt brachte: „Vince, ich bin stolz auf dich!” Und stolz kann Vince Ebert ohne Zweifel sein – auf eine sehr kurzweilige, lustige und gelungene Premiere!